Frauenstreiktag 2019

Knapp 30 Jahre nach dem ersten nationalen Frauenstreiktag vom 14. Juni 1991 findet am 14. Juni der zweite nationale Frauenstreiktag statt (mehr Infos zum ersten Frauenstreik NZZ vom 21.3.19 oder SRF Podcast „Einfach Politik“).

Die FH-Direktion (Bulletin Direktionssitzung vom 26.2.19) und die PH-Direktion (Newsletter vom 15. April 2019) ermöglichen es allen Mitarbeiterinnen am kommenden 14. Juni der Arbeit fern zu bleiben und sich für ihre Anliegen einzusetzen, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen zu müssen.

Die vmph schätzt diese Weisung, wie auch andere Bestrebungen der PH FHNW in Bezug auf Familienfreundlichkeit und Gleichstellung sehr (z.B. flexible Arbeitszeitmodelle, Stillzeitregelungen, Familienzimmer etc.). Es ist ein Schritt in die richtige Richtung!

Nichtsdestotrotz wollen wir den zweiten nationalen Frauenstreiktag nützen, um den Anliegen der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Gehör zu verschaffen. Wir greifen dafür fünf Forderungen aus dem feministischen akademischen Manifest heraus, die uns besonders wichtig sind:

  1. Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit, unabhängig vom Geschlecht. Um dies zu ermöglichen, müssen individuelle Gehaltseinstufungen und Lohnklassentrends transparent gestaltet werden.
  2. Wir fordern mehr Teilzeitstellen in Leitungsfunktionen! Jede Professur soll ein Jobsharing ermöglichen. Jobsharing bedeutet allerdings nicht, für den halben Lohn die gleiche Arbeit zu verrichten: Nur eine reale Arbeitsreduktion ermöglicht eine verbesserte Vereinbarkeit von beruflichen und ausserberuflichen Tätigkeiten.
  3. Familiengründungen müssen auch an Hochschulen ermöglicht und Familien unterstützt werden. Wir fordern die Einführung und den Ausbau der Elternzeit, damit eine tatsächlich gleichberechtigte Kinderbetreuung und -erziehung möglich ist. Die rechtliche und finanzielle Absicherung der Elternzeit muss auch in drittmittelfinanzierten Projekten gewährleistet sein. Die Elternzeit darf nicht zulasten der Forschenden von der bewilligten Forschungszeit abgezogen werden.
  4. Wir fordern die Schaffung von neuen und die Stärkung von bestehenden Förderinstrumenten, damit junge Forschende unabhängig von ihrer familiären Situation, von ihrem Geschlecht und von geschlechterabhängigen Netzwerken dieselben Weiterentwicklungsmöglichkeiten erhalten. (Das Förderinstrument, das spezifisch Frauen auf Doktorats- und Postgraduiertenstufe aufgrund ihrer familiären Situation unterstützte (Marie Heim-Vögtlin), wurde vom SNF abgeschafft zugunsten eines Formats, das sich auf Exzellenz ab Post-Doc-Stufe reduziert.)
  5. Die Infrastrukturen für Kinderbetreuung an Hochschulen müssen weiter ausgebaut werden. Es braucht genügend und kostengünstige Plätze in Kindertagesstätten sowie ein ausreichendes Angebot an Eltern-Kind-Räumen.

Neben diesen fünf konkreten Forderungen, die insbesondere wissenschaftliche Mitarbeiterinnen betreffen, unterstützten wir auch alle anderen Forderungen des Frauenstreiks!

Was tun?

Streiken kann sehr vielseitig passieren – nicht jede muss der Arbeit fern bleiben! Die einen streiken in ihren Städten und Regionen, die anderen machen eine verlängerte Pause und die dritten treffen sich zum Streik-Zmittag (auch in Brugg! siehe unten). Wir fordern euch alle – Frauen wie auch Männer – dazu auf, den 14. Juni zu nutzen, um euch zu überlegen, was auch euch das Ganze angeht! Nur wenn wir uns konkrete Gedanken machen über eine ideale Gesellschaft, kann sich die Welt in diese Richtung bewegen.

Wir wünschen euch allen – Frauen und Männern – einen spannenden 14. Juni und vor allem anregende Gespräche! Euer vmph-Vorstand

Simone, Ursula, Nadja, Eliane, Tim & David (www.vmph.ch)

Mehr zum Thema

Streik-Zmittag in Brugg

  • 14. Juni 11:30-15:00 Uhr, Neumarktplatz & Odeon, Brugg
  • Mitarbeitende, die am 14. Juni nicht frei nehmen können, treffen sich um 12:30 Uhr vor dem Campus (Eingang Haus 6) und gehen gemeinsam auf den Neumarktplatz. Mitarbeitende aller Funktionen und Geschlechter dürfen sich uns gerne anschliessen! Meldet euch im Doodle an!
  • Weitere Aktivitäten im Kanton Aargau